Medion Akoya E1222 (MD98240)

CeBIT Zeit ist Computerzeit. Das denkt sich wohl auch der österreichische Ableger vom deutschen Nummer-Eins-Diskonter Hofer. Entsprechend hatte dieser für  Donnerstag, 04. März ein wahrlich unwiderstehlich Angebot im Prospekt: Das Akoya E1222. Ein klassisches Netbook, wie immer gefertigt vom Haus- und Hoflieferanten Medion, zum absoluten Kampfpreis:

10 Zoll Display mit LED Hintergrundbeleuchtung, Intel Atom N450 CPU, 1GB RAM, 250GB HDD, BT & WLAN integriert, Cardreader, 6 Zellen Hochleistungsakku, umfangreiches Softwarepaket, 3 Jahre Garantie.

Hardware state of the art, wenngleich Intel – um die CeBIT zurückzukommen – gerade die nächste Atom Generation vorstellt. Trotzdem, in Anbetracht des Preises von nur Euro 299.- durchaus einen näheren Blick wert.

Die Zeiten von 5kg schweren Notebook Monstern die darum wetteiferten, die tonneschweren Tower- oder Desktop PCs in Rechen- und Grafikleistung um nichts nachzusehen sind Gott sei Dank vorbei. Aktuell beherrschen die billig Netbooks die Szene, nicht zuletzt dank der sündhaften 0.- Euro Angebote diverser Mobilfunkanbieter. Nimm ein Handy, kriegst ein Netbook gratis dazu. So ist das im mobilfunkverrückten Österreich.

Nichtsdestotrotz muss man sich ernsthaft die Frage stellen, ob ein Netbook für die meisten mobilen Arbeiten tatsächlich völlig ausreichend ist: Die Rechenleistung stemmt locker Windows 7 mit Office 2k7, selbst Videos – wenn nicht gerade in HD Auflösung – sind kein Problem, Surfen macht dank integrierter WLANs ohnehin Spaß.

Einkaufen

Diesen Überlegungen folgend, stehe ich nun an besagtem Donnerstag pünktlich zehn Minuten vor Ladenöffnung vor der Hofer Filiale um’s Eck – mittlerweile gibt’s davon ja mehr als traditionelle Supermärkte.  Etwas mulmig war mir schon, in Mitten von kindertragenden Müttern und wagerlstützenden Pensionisten, die –  so schien es – sich anstellten um die letzten billigen Orangen dieses Winters zu ergattern. Kurz vor Acht waren dann die klassischen, IT Stereotypen nicht mehr in der Minderheit und ich versuchte meinen Platz in den vorderen Rängen zu sichern.

Die Filialleiterin hatte ein Erbarmen und öffnete die Türen bereits drei Minuten vor Acht (hoffentlich liest dies kein Hofer Regionalmanager). Schnurstracks bog ich beim ersten Gang Richtung Kasse in der weisen Vorahnung, dass die Netbooks ohnehin nicht zur freien Entnahme in den simplen, diskontertypischen Metallregalen angeboten werden. Ich sollte Recht behalten. Eine resolute Dame versperrte mir noch den Weg zum ersehnten Glück, weil sie eines der Geräte reserviert hatte. Danach ging aber alles schnurstracks. „1x schwarz“ und die Bankomatkarte im Lesegerät – hofertypisch schnell und effizient verließ ich den Markt, um rund dreihundert Euro weniger am Konto aber mit Netbook in der Hand – Erster!

Erste Eindrücke

Die recht kleine Verpackung, etwas kleiner als die Ausmaße meines Dell 620 Laptops, lässt bereits erahnen wie mickrig das Ding wirklich ist. Doch weit gefehlt, die Packung geöffnet, ist die Überraschung groß. Die Breite des Netbooks ist nochmals 5cm geringer, die Tiefe sogar um zehn.

Das leere Netbook ist extrem leicht und mit zig Plastikfolien gut geschützt. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Netbook selbst, der versprochene Akku (rund doppelt so schwer), Netzteil (mit integriertem Schalter!) und Netzkabel, Bedienungs- und Schnellstartanleitung, eine DVD Application- & Support Disc, eine DVD Recovery Disc, eine CD Windows Works sowie Garantiekarte und Werbematerial.

Erster Start

Der bereits geladene  Akkus ist schnell eingeschoben und die Arbeit kann nach Entfernen der Schutzfolien begonnen werden. Das Netbook meldet sich gleich einmal mit der Aufforderung, per Tastendruck auf F11 das Recovery zu starten, was man getrost ignorieren sollte. Nach kurzer Wartezeit richtet sich Windows 7 ein, dazwischen noch ein Reboot und man kann die Grundeinstellungen vornehmen.

Die Bildschirmhelligkeit sowie -schärfe ist sehr gut, der Bildschirm selbst glänzend und damit noch annehmbar spiegelnd. Die Tastatur ist Netbook typisch in Ordnung, das Touchpad beherrscht alle üblichen Funktionen. Der Lüfter ist drehzahlgeregelt, bei Leistungshunger wird er hörbar laut. Auf der Unterseite wird das Netbook relativ warm, auf der Handablage spürt man davon erfreulicher Weise nichts.

Das Arbeiten geht dank des relativ flinken Prozessors gut von der Hand, als bereits installierte Software kommt so einiges mit. Testversionen von Office 2k7 Basis (60 Tage) sowie ein Bitdefender Derivat von Bullguard (90 Tage, ausgenommen Antivirus Teil). Vollversionen  von Corel Essential 4, MS Works sowie PowerDVD 9.

Außerdem sind verschiedene Tools vorinstalliert, wie Acrobat Reader 9, Fotomanagement Software von Hofer & Medion, Windows Live etc. Zudem wurden diverse Links am Desktop, sowie Addons für den Internet Explorer eingerichtet.  Alles in allem ein umfangreiches Paket, das nur wenig Tuningarbeit erfordert…

Softwaretuning

Über Windows 7 wurde bereits viele geschrieben, persönlich empfinde ich es als eines der besten Windows Versionen überhaupt. Trotz Atom CPU läuft es angenehm flüssig, auch die nur 600 Zeilen Displayauflösung sind kaum einschränkend.

Bei der oben erwähnten Software sind abgesehen von windowstypischen Schritten, wie z.B. Anlegen der User oder Deaktivieren der Fernwartung, nur wenige Schritte zum Tuning notwendig, persönlich würde ich empfehlen die meisten Addons im Internet Explorer auszuschalten oder überhaupt auf Firefox umzusteigen – dazu gibt’s dann auch gleich ein ordentliches Mailprogram namens Thunderbird. Die Bullguard Suite würde ich durch das kostenlose Avira AntiVirus ersetzen.

Fazit

Kampfpreis hin oder her, die Leistung passt. Selbst über die bekannten „Geiz ist geil“ – Portale ist derzeit kein günstigeres Netbook zu finden, das die gebotene Hardwareleistung erreicht.  Ein zweites GB RAM ist schon ab rund 30 Euro zu haben, das sollte die Geschwindigkeit nochmals steigern. Einziger Wermutstropfen ist der fehlende UMTS Support, speziell wenn man wirklich mobil sein möchte. USB Sticks sind halt scheußlich anzusehen…

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