Aldi/Hofer IP Kamera Maginon IPC-1A

Es war wieder mal soweit: Hofer (bzw. Aldi Süd) hatte ein interessantes Gadget im Angebot: eine IP Kamera. Da ich immer auf der Suche nach guten und günstigen IP Kameras bin, um meinen Hund zu überwachen (s. dazu auch den Artikel über die WVC 210), schlug ich bei einem Preis von knapp €50.- zu – das war wirklich verlockend.

Natürlich waren meine Erwartungen entsprechend niedrig angesetzt; einerseits durch den recht günstigen Preis, andererseits durch die bei Hofer üblichen, doch recht detailreiche Artikelbeschreibungen – da kann sich manch ein „spezialisierter“ Elektronikhändler durchaus ein Vorbild nehmen. So sollte die Kamera grundsätzlich folgende Funktionen aufweisen:

  • Pan/Tilt motorisiert, kein Zoom
  • Auflösung 640×480 bei 60FPS
  • Infrarot LEDs für Nachtsicht
  • Ethernet und WLAN Support
  • Analoger Alarmein- bzw, Ausgang
  • Mikrofon
  • Webserver für Konfiguration

Anschluss…

..findet die Kamera entweder über den Ethernet Port oder per WLAN. Ersteres unterstützt Autosensing für cross over, letzteres nur 802.11g dafür aber WPA2. Mangels direktem PoE Support ist der Anschluss des mitgelieferten 5V/2A Netzgeräts jedenfalls obligatorisch. Alternativ kann man natürlich verschiedene PoE Einspeisungs-/Splitter-Lösungen verwenden.

Tipp
Die MAC Adresse für WLAN ist unterscheidet sich deutlich von der Ethernet MAC, ist aber leider nicht am Gerät aufgedruckt, weshalb es hilfreich sein kann, für die Zeit der Installation unbekannte Geräte im WLAN zuzulassen.

Ein admin Account ohne Passwort ist vorkonfiguriert (und sollte daher schleunigst gesetzt werden). Dieser wurde mit meiner Firmware v2.3.0 der Weboberfläche übrigens nicht angezeigt. Das auf der Produktseite befindliche Update auf v2.3.2 bringt ein paar kleine Verbesserungen (und macht u.a. den Adminaccount sichtbar) und ist daher zu empfehlen.

Tipp
Um ein eventuelles Firmware Upgrade durchzuführen, bietet das Webfrontend eine versteckte Seite, die im Unterverzeichnis service/fw.htm erreichbar ist.

Die Anleitung erklärt recht ausführlich, wie man die Kamera am besten in Betrieb nimmt, kann aber Router spezifische Konfigurationsthemen (DHCP vs. statische IPs – beides wird unterstützt) naturgemäß nur sehr generisch behandeln. Wer die Kamera auch vom Internet erreichbar haben will, aber keine fixe public IP von seinem Provider zugeteilt bekommt, kann über DynDNS Abhilfe schaffen. Der Hersteller selbst bietet dazu einen DynDNS Service, mittels Port Forwarding am lokalen Router ist die Konfiguration so recht einfach zu bewerkstelligen.

Im Alltag

Die Weboberfläche ist über gängige Browser (IE, FF, Chrome) gut zu bedienen. Die Motorbewegungen sind recht fein (Schrittweiten sind konfigurierbar), es lassen sich vordefinierte Bewegungsabläufe abrufen. Drei Fixpositionen können ebenfalls gespeichert werden. Der Schwenkbereich ist mit horizontal 270 und vertikal 90 Grad recht ordentlich.

Wer nicht via Web zugreifen möchte, hat auch die Wahl eine, leider recht mickrige, App für Android bzw. iOS zu verwenden.

Der Betrieb der Kamera ist übrigens aus Sicht des Beobachteten nicht erkennbar (keine Status LEDs), sofern nicht die Infrarot LEDs zugeschalten werden (s.u.) – diese leuchten nämlich auch im sichtbaren Lichtspektrum schwach rot. Die Bewegung des Kamerakopfes ist lautlos, hier dürften hochwertige Servos verbaut sein.

Die Kamera ist ausschließlich für den Innenbereich zu verwenden, ein Fuß für die Wandmontage wird mitgeliefert.

Die Weboberfläche unterstützt das Anlegen weiterer Useracounts, mit drei unterschiedlichen Berechtigungsstufen.

Video- und Soundqualität

Zuerst war ich relativ enttäuscht über die schwache, vor allem unscharfe Darstellung. Dies kann man aber durch schlichtes Drehen des Objektivrings deutlich verbessern, die Kamera besitzt keinen Autofocus und daher ist die Tiefenschärfe mit Werkseinstellung nicht zufriedenstellend. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kunden die Kamera wegen mangelnder Bildqualität voreilig zurückgeben…

Technisch schafft der 1/5“ Sensor eine Auflösung von max. 640×480 Pixel. Die Infrarotlinse (eigentlich eine Standardlinse mit IF Filter Folie), mit F = 2,4, f = 3,6 mm, liefert akzeptable Leistungen, wenngleich speziell im Infrarotbetrieb, der automatisch von der Kameraelektronik zugeschalten wird, die Tiefenschärfe stark abnimmt. Der Blickwinkel ist aufgrund der Linsenkonstruktion eher bescheiden und liegt bei gerade mal 60 Grad.

Über das Webfrontend kann man verschiedene weitere Bildparameter verändern, u.a. den Kontrast und die Helligkeit. Die Defaulteinstellungen ergeben hier aber einen guten Kompromiss.

Die Soundqualität des eingebauten Monomikros ist gelinde gesagt bescheiden – mehr als Rauschen sollte nicht erwartet werden. Ein Retourkanal ist nicht vorgesehen.

Alarmierung

Über die Weboberfläche können grundsätzlich FTP, Email (bis zu 4 Empfänger, SMTP Encryption) und HTTP (simpler Aufruf einer vordefinierten URL) basierte Alarmierung konfiguriert werden.

Alarmierung kann auch zeitgesteuert aktiviert werden. Der analoge Anschluss erlaubt die Integration in eine Alarmanlage.

Die Konfiguration von Motion Detection erlaubt keine spezifischen Bildausschnitte, Helligkeitsänderungen können kompensiert werden.

Fazit

Angesichts des niedrigen Preises bekommt man ein recht gut geschnürtes Paket, ausstattungstechnische Wunder darf man natürlich nicht erwarten. Die beworbenen Funktionen leisten, was versprochen wird, die Kamera ist damit ein würdiger Vertreter der PT Klasse, das Z gibt es nicht mal digital…

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